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Amoklauf: Blitzurteil gegen Trittbrettfahrer

Der Jugendrichter am Amtsgericht Remscheid hat heute aufgrund einer Anklage der Staatsanwaltschaft Wuppertal einen 16 Jahre alten Schüler aus Remscheid unter anderen wegen der Androhung eines Amoklaufs zu einem Dauerarrest von zehn Tagen verurteilt. Das Urteil ist sofort rechtskräftig geworden.

Am Mittwoch hatte der Schüler gegenüber seinem Klassenlehrer, der ihn wegen einer Beleidigung zur Rede gestellt hatte, angekündigt, mit einer Panzerfaust in der Schule erscheinen und dort “gegen alle kämpfen” zu wollen. Am Donnerstag informierte die Schulleitung die Polizei, die unverzüglich Kontakt zum Remscheider Staatsanwalt vor Ort aufnahm. Dieser ordnete die Festnahme des Schülers an, bei dem bei einer Durchsuchung ein Butterflymesser gefunden wurde.

Der Schüler, der am Freitag vor Gericht ein umfassendes Geständnis ablegte, wurde wegen Beleidigung, Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten (§ 126 StGB) und Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt. Er wird seine Strafe in den Osterferien verbüßen, um ihm den weiteren Schulbesuch zu ermöglichen.

„Dies ist ein klares und unmissverständliches Signal an alle potenziellen ‚Trittbrettfahrer’, dass die Drohung mit einem Amoklauf kein Schülerstreich ist, sondern konsequent bestraft wird”, betonte NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter. “Wer mit der Angst seiner Mitmenschen Schindluder treibt, muss dafür büßen. Zugleich ist die schnelle Reaktion in diesem Fall ein hervorragendes Beispiel dafür, dass durch eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen in Fällen von Jugendkriminalität die Strafe der Tat auf dem Fuß folgen kann.“

Die Ministerin rief alle beteiligten Stellen auf, in vergleichbaren Fällen ebenso konsequent und schnell durchzugreifen.


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