NRW will Anstrengungen zum Schutz geistigen Eigentums verstärken
Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter hat zu intensiveren gemeinsamen Anstrengungen im Kampf gegen die internationale Produkt-, Marken- und Internetpiraterie aufgerufen. Daran müssten sich neben den staatlichen Stellen vor allem Rechte-Inhaber, Anwälte, Sachverständige, Fachverbände und Internetfirmen beteiligen, sagte die Ministerin heute vor über 200 Teilnehmern auf der Fachtagung “Der Schutz geistigen Eigentums” in Solingen.
Veranstaltet wurde der Kongress vom Justizministerium Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit der “Aktion Plagiarius” und der Adolf-Grimme-Akademie.
Schätzungen über die Schäden, die der Wirtschaft durch Ideenklau und Nachahmungen entstünden, gingen von jährlich 300 Milliarden Euro weltweit aus. Etwa ein Zehntel davon entfalle auf deutsche Unternehmen. Betroffen seien nicht nur die großen Markenartikelhersteller oder Luxuslabels. Auch kleine und mittlere Unternehmen litten zunehmend darunter, dass ihre Produkte kopiert würden.
“Es geht aber nicht allein ums Geld. Es geht auch um Arbeitsplätze, die - wie Studien zeigen - schon zu Zehntausenden durch Produktpiraterie verloren gegangen sind”, betonte die Ministerin. Wer auf Flohmärkten, im Internet oder bei Auslandsreisen zu einer nachgemachten Jeans, einer dem Original verblüffend ähnlich sehenden Handtasche oder einem billigen, gefälschten Präparat greife, trage dazu bei, dass ein guter, in langen Jahren erworbener Ruf eines Herstellers untergraben werde. “Käufer von illegalen Imitaten fördern Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen im Ausland. Sie spielen Schmugglern in die Hände, die heute vielleicht nur falsche Uhren, über dieselben Vertriebswege aber morgen schon gefährliche Dinge wie gefälschte Medikamente zu uns bringen.”
