Millionengeschäft “Knut” geht vor Gericht
Millionen von Besuchern haben “Knut” im Berliner Zoologischen Garten bewundert und bestaunt. Deutschlands beliebtester Zoobewohner und weltweit bekannter Eisbär, beschert seinem momentanen Aufenthaltsort, dem Berliner Zoo, viel Publikum, Bewunderung und nicht zuletzt Millionen. Um dieses Geld wird es demnächst vor dem Berliner Landgericht gehen.
“Knut” ist eigentlich Eigentum des Zoos Neumünster. Dr. Peter Drüwa, Zoodirektor in Neumünster, lässt in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung keinen Zweifel daran, dass Knuts erzieltes Einkommen aus Lizenzverträgen dem Neumünsteraner Zoo zusteht. „Wir als Zoo Neumünster wollen in Sachen Knut natürlich unsere Rechte wahren und hatten dem Berliner Zoo Gespräche angeboten, dort scheint man aber an einer gütlichen Einigung nicht interessiert zu sein “, so Dr. Peter Drüwa.
So geht es also nun vor das Landgericht in Berlin. Noch in dieser Woche, so der Zoo Neumünster, werde man Auskunftsklage einreichen. Der Berliner Zoo soll gezwungen werden, Auskünfte über die durch Knut erzielten Einnahmen zu erteilen.
Für den Neumünsteraner Zoo steht viel auf dem Spiel. Die Tiergartenvereinigung, ein gemeinnütziger Verein, ist Träger des Tierparks und finanziert sich selbst. Nach eigenen Angaben enthält der Tiergarten vom Land Schleswig-Holstein keinerlei öffentliche Geldzuwendungen und wird von Eintrittspreisen, Mitgliederbeiträgen und Spenden getragen. Das mit Knut erwirtschaftete Geld möchte der Zoo Neumünster für dringend nötige Renovierungsarbeiten verwenden.
Zum Vergleich der beiden Zoo-Dimensionen: Der Tierpark Neumünster kann jährlich etwa 200.000 Besucher zählen, in den Berliner Zoo sind 2007 3,2 Millionen Tierfreunde gekommen. Knut hat vermutlich dazu einen guten Teil beigetragen. “Denn während in der Zeit vor Knut der Zoo nur mit Landeszuschüssen in Millionenhöhe jährlich ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen konnte, wurde für 2007 ein Bilanzgewinn von 6,8 Millionen Euro ausgewiesen”, so heißt es in der Pressemeldung. Dies belege eindrucksvoll Knuts enorm hohen Marktwert, heißt es aus Neumünster.